Prävention

 
Die Gemeinden, Gruppierungen und kirchlichen Einrichtungen in der Kirchengemeinde Bodensee-Hegau möchten ein sicherer Ort sein für Kinder und Jugendliche, aber auch für andere schutz- und hilfebedürftige Personen jedweden Alters, an dem sich alle wohlfühlen können.
 
Das ist das Ziel aller, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt“ beschäftigen: Kirche, Gesellschaft und Staat haben in den letzten Jahrzehnten viele Gesetze, Verordnungen und Studien erstellt / erstellen lassen und veröffentlicht. Viele Maßnahmen und Standards wurden entwickelt und umgesetzt, und in der Erzdiözese Freiburg in der Präventionsordnung festgelegt.
 
Maßnahmen vor Ort und in der Erzdiözese Freiburg:
  • So bieten Schutzkonzepte für alle Träger-Institutionen (Dekanate, Kirchengemeinden, Verbände, ...) einerseits Informationen, andererseits aber auch Handlungssicherheit. Jede Kirchengemeinde hat ein Mantelschutzkonzept erarbeitet, das in den Gremien, Teams, und Gruppierungen immer wieder diskutiert werden.
  • Alle Personen, die mit Schutzbedürftigen ehrenamtlich oder hauptberuflich arbeiten, müssen zum Thema Prävention geschult und sensibel sein für ein grenzachtendes Miteinander.
  • Durch die verbindliche Etablierung des Verhaltenskodex für Mitarbeitende der Erzdiözese und die zu unterschreibende Erklärung zum grenzachtenden Umgang wird die Haltung des grenzachtenden und präventionssensiblen Umgangs als Voraussetzung für eine Mitarbeit in der Erzdiözese festgelegt.
  • Je nach Tätigkeit muss auch ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt werden (auch von ehrenamtlichen Mitarbeitenden).
  • Für den Ernstfall bestehen klare Meldewege, und auch das entsprechende Interventions-Vorgehen ist standardisiert.
Darüber hinaus sichert der Einsatz von Ansprechpersonen vor Ort eine unkomplizierte und unmittelbare Ansprechbarkeit zum Thema.
Die Vertrauenspersonen sind Pfarrer Heinz Vogel und Pastoralreferent Clemens Trefs.
 
Diese und weitere Maßnahmen tragen dazu bei, dass das Ziel des sicheren Ortes für alle erreicht werden kann.
 
Weitere Infos zur Präventionsarbeit in der Erzdiözese finden Sie hier.
 
 
Institutionelles Schutzkonzept der Kirchengemeinde Bodensee-Hegau
Dieses Institutionelle Schutzkonzept (ISK) hat Gültigkeit für alle Einrichtungen der katholischen Kirche in der Kirchengemeinde Bodensee-Hegau (Kindertageseinrichtungen, Verwaltung, Einrichtungen in Trägerschaft der Kirchengemeinde usw.). 
Das ISK wurde schon vor deren Errichtung auch für die Pfarrei St. Zeno Radolfzell / Kirchengemeinde Bodensee-Hegau konzipiert und hat für diese ab dem 01. Januar 2026 bis auf Widerruf Gültigkeit. 
 
Download: 
Schutzkonzept Prävention in der Fassung vom 16.10.2024 – PDF [4.7 MB] 
(Anlage 3 zur Gründungsvereinbarung vom 13.11.2024)

 
Aufklärung sexualisierter Gewalt in der Erzdiözese Freiburg
Der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Machtstrukturen und Aktenanalyse“ zum früheren Umgang des Erzbistums Freiburg mit Fällen sexualisierter Gewalt ist im April 2023 veröffentlicht worden. 
 
Darin werden Verschleierung von Missbrauchstaten, schweres Fehlverhalten und gravierende Rechtsverstöße im Umgang mit Straftaten in weit größerem Umfang offenbart, als bis dahin bekannt. Der Schutz der Institution Kirche und der Täter habe über allem gestanden, für Betroffene und Angehörige habe es keine Hilfen gegeben, sie wurden allein gelassen. 
 
Der Abschlussbericht kann auf www.ebfr.de/aufklaerung sowie auf der Webseite der GE-Kommission heruntergeladen werden.
 
Hilfe und Unterstützung bei sexualisierter Gewalt
Sie sind von sexuellem Missbrauch betroffen oder haben Kenntnis davon und suchen Rat, Hilfe und Unterstützung?
 
Sie wollen sich über Missbrauchsprävention und -aufarbeitung im Erzbistum Freiburg informieren?
 
 
Grenzachtender Umgang – Sonderheft
„Grenzachtend“ heißt das 16 Seiten umfassende Sonderheft, mit dem die Bistumszeitung Konradsblatt den Stand der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese Freiburg beleuchtet. „Die Erkenntnis kirchlichen Versagens in der Missbrauchsaffäre führt unumkehrbar zu der Einsicht, dass es ohne Transparenz und offene Kommunikation künftig nicht gehen wird. Und für eine offene Kommunikation sind gute Informationen unabdingbar“, schreibt Chefredakteur Klaus Gaßner im Vorwort.
 
Das Heft beschreibt die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Aktenanalyse, lässt Betroffene zu Wort kommen und wirft einen Blick darauf, wie das Erzbistum seit 2010 mit der Missbrauchsaffäre umgegangen ist. Es informiert über die zwischenzeitlich ausgebaute Präventionsarbeit und die Instrumente, mit denen auf allen Ebenen für das Thema Missbrauch sensibilisiert wurde. In einem ausführlichen Interview erläutert Generalvikar Christoph Neubrand, wie „das gesamte Verwaltungs- und Leitungshandeln des Erzbistums das Thema Intervention im Blick hat.“ Der Generalvikar hatte angeregt, dass das Konradsblatt bereits vor der Veröffentlichung des Berichts über den Stand der Aufarbeitung berichtet. 
 
Hier können Sie sich das Sonderheft kostenlos herunterladen:
 
Sabine Vollmer, Vorsitzende des Betroffenenbeirats der Erzdiözese Freiburg, schreibt: 
 
GRENZACHTEND
Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Freiburg
Über sexuellen Missbrauch zu sprechen oder sich damit auseinanderzusetzen, fällt den meisten Menschen schwer. Das Thema ist bei Betroffenen leider oft mit Scham- oder gar Schuldgefühlen und bei Nichtbetroffenen mit Unsicherheit, Unbehagen oder auch Klischees verbunden. Das führt dazu, dass leider immer noch viele Betroffene nicht über das sprechen können, was ihnen im Kindes- und Jugendalter widerfahren ist. Vielleicht sind Sie selbst auch betroffen oder jemand aus Ihrer Familien, aus Ihrem Freundeskreis oder Ihrer Pfarrgemeinde. Der Bericht, der nun im April [2023] in Freiburg veröffentlicht wird, soll aufzeigen, welche Strukturen in der Kirche dazu geführt haben, dass Täter so leichtes Spiel hatten, warum sie oft nicht bestraft wurden, warum bewusst von den Verantwortlichen weggeschaut wurde und Täter versetzt wurden. Das führte dazu, dass viele Betroffenen lebenslang leiden. Viele Verbrechen an Kindern hätten verhindert werden können, wenn gehandelt worden wäre. Jetzt sollen auch in Freiburg Fakten auf den Tisch kommen. Wir hoffen, dass damit quälende, offene Fragen der Betroffenen beantwortet werden sowie ganz deutlich Verantwortlichkeiten für Vertuschungen und Versäumnisse benannt werden. Noch wichtiger als der Bericht selbst ist, dass daraus zügig und ohne falsche Rücksicht Konsequenzen durch das Erzbistum Freiburg gezogen werden. Für Betroffene ist wichtig, dass Verantwortliche beim Namen genannt werden, dass – wo noch möglich – Sanktionen erfolgen und alles getan wird, um künftig sexualisierte Gewalt in der Kirche so weit wie möglich zu verhindern. Dazu braucht es einen umfassenden Strukturwandel des Systems der katholischen Kirche. Wir hoffen, dass der Abschlussbericht auch dazu führt, dass Betroffene, die sich bisher noch nicht getraut haben darüber zu sprechen, nun den Mut finden, sich jemandem anzuvertrauen, um sich von dieser Last etwas befreien zu können. Wir hoffen zudem, dass der Bericht auch dazu führt, dass Betroffenen mit noch mehr Empathie und Verständnis begegnet wird und dass sie die Hilfen bekommen, die sie benötigen. Wir hoffen, dass die Kirche nicht nur „mit Erschütterung“ den Bericht zur Kenntnis nimmt, sondern zügig Lehren daraus zieht.